Die ersten Schritte eines Kindes sind ein magischer Meilenstein, der Eltern oft mit einer Mischung aus Freude, Stolz und manchmal auch Unsicherheit erfüllt. Die Lauflernphase ist eine aufregende Zeit voller Entdeckungen, aber auch eine Phase, die eine bewusste Begleitung und Unterstützung durch die Eltern erfordert. Viele Fragen tauchen auf: Wann ist der richtige Zeitpunkt? Welche Schuhe sind am besten? Und wie sorge ich für die nötige Sicherheit? Dieser Artikel soll Ihnen helfen, Ihr Kind bestmöglich auf seinem Weg in die Mobilität zu unterstützen und die Lauflernphase für alle zu einem positiven Erlebnis zu machen.

Overview
- Die Lauflernphase ist ein individueller Entwicklungsschritt, der Geduld und Verständnis erfordert.
- Schaffen Sie eine sichere und anregende Umgebung zu Hause, um Ihrem Kind freie Bewegung zu ermöglichen.
- Barfußlaufen ist die beste Förderung für die Fußentwicklung; feste Schuhe sind erst im Freien nötig.
- Lauflernhilfen wie Gehfrei sind aus Sicherheits- und Entwicklungsgründen nicht empfehlenswert.
- Bieten Sie Ihrem Kind ausreichend Möglichkeiten zum Krabbeln, Stehen und eigenständigen Lauflernphasen-Übungen.
- Vertrauen Sie auf die natürlichen Fähigkeiten Ihres Kindes und vermeiden Sie Druck.
- Achten Sie auf erste Anzeichen von Laufbereitschaft, wie das Hochziehen an Möbeln.
- Stürze sind ein normaler Teil des Lernprozesses und sollten mit Gelassenheit behandelt werden.
Die ersten Schritte begleiten: Geduld und Sicherheit in der Lauflernphase
Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, wenn es darum geht, die Welt auf zwei Beinen zu entdecken. Die Lauflernphase beginnt meistens zwischen dem 9. und 18. Lebensmonat, aber Abweichungen sind völlig normal. Wichtiger als ein festes Datum ist es, auf die individuellen Signale Ihres Kindes zu achten. Beginnt es, sich an Möbeln hochzuziehen, an der Hand zu gehen oder erste unsichere Schritte zu wagen? Das sind die Momente, in denen Ihre Unterstützung gefragt ist. Seien Sie eine sichere Basis, ermutigen Sie Ihr Kind mit Lächeln und Lob, aber üben Sie keinen Druck aus. Zwang kann die Freude am Lauflernphasen nehmen und sogar den Prozess verzögern. Die Hauptaufgabe der Eltern ist es, eine liebevolle und geduldige Begleitung zu bieten, die dem Kind Raum für eigene Erfahrungen lässt. In DE legt man Wert auf natürliche Entwicklungsschritte.
Die richtige Umgebung schaffen: Tipps für ein sicheres Zuhause
Sobald Ihr Kind mobil wird, sei es durch Krabbeln oder erste Gehversuche, muss die Umgebung angepasst werden. Die Sicherheit steht an erster Stelle, denn Ihr Kind wird seine Umgebung nun auf eine ganz neue Art erkunden. Befestigen Sie schwere Möbel wie Regale und Kommoden an der Wand, um ein Umkippen zu verhindern. Sichern Sie Steckdosen, Treppen und Kamine. Entfernen Sie Stolperfallen wie lose Teppiche, herumliegende Kabel und Kleinspielzeug. Scharfe Ecken und Kanten an Tischen oder Schränken können mit Eckenschützern versehen werden. Es geht darum, Ihrem Kind einen sicheren Spielraum zu ermöglichen, in dem es sich frei bewegen und Lauflernphasen kann, ohne dass Sie ständig besorgt sein müssen. Eine aufgeräumte und kindersichere Umgebung fördert die Eigenständigkeit und das Selbstvertrauen des Kindes in dieser wichtigen Lauflernphase.
Schuhwerk und Hilfsmittel: Was ist wirklich sinnvoll?
Eine häufige Frage in der Lauflernphase betrifft die richtigen Schuhe. Experten sind sich einig: Barfußlaufen ist die beste Fußgymnastik für Babys und Kleinkinder. Es stärkt die Fußmuskulatur, fördert den Gleichgewichtssinn und ermöglicht den Füßen, den Untergrund direkt zu spüren. Innerhalb des Hauses sollten Kinder daher so oft wie möglich barfuß oder in rutschfesten Socken sein. Für draußen sind die ersten Schuhe wichtig, um die Füße vor Kälte, Nässe und Verletzungen zu schützen. Achten Sie auf flexible Sohlen, die sich gut biegen lassen, eine weiche Polsterung, ausreichend Platz für die Zehen und einen guten Halt am Knöchel. Die Schuhe sollten nicht zu schwer sein.
Von Lauflernhilfen wie dem sogenannten “Gehfrei” (Babywalker) wird in der Regel abgeraten. Sie können die natürliche Entwicklung des Gehens behindern, da Kinder lernen, sich mit den Zehen abzustoßen, anstatt den ganzen Fuß zu nutzen. Zudem bergen sie ein hohes Verletzungsrisiko durch Stürze oder das Erreichen gefährlicher Gegenstände. Besser geeignet sind stabile Lauflernwagen zum Schieben, an denen sich das Kind festhalten und vorwärtsbewegen kann. Diese fördern die Koordination und stärken die Beinmuskulatur auf natürliche Weise.
Häufige Fragen zur Lauflernphase: Ihr Kind optimal fördern
Eltern fragen sich oft, ob ihr Kind “normal” entwickelt ist. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Lauflernphase sehr individuell ist. Manche Kinder laufen bereits mit 9 Monaten, andere erst mit 18 Monaten oder sogar später. Solange Ihr Kind andere motorische Meilensteine erreicht – es krabbelt, zieht sich hoch, steht an Möbeln – gibt es in der Regel keinen Grund zur Sorge. Wichtiger ist die Kontinuität der Entwicklung als der genaue Zeitpunkt.
Wie lange dauert die eigentliche Lauflernphase? Sie kann einige Wochen bis Monate dauern, bis das Kind sicher und frei gehen kann. Stürze gehören dazu und sind ein wichtiger Bestandteil des Lernprozesses. Reagieren Sie gelassen auf einen Sturz, trösten Sie kurz und ermutigen Sie Ihr Kind, es erneut zu versuchen. Übermäßige Besorgnis könnte das Kind verunsichern.
Um die Motorik optimal zu fördern, bieten Sie Ihrem Kind viele Möglichkeiten zur Bewegung. Lassen Sie es auf dem Boden spielen, klettern, krabbeln und erkunden. Schaffen Sie kleine Herausforderungen, wie das Erreichen eines Spielzeugs, indem es aufstehen muss. Ein Ballspiel kann ebenfalls den Gleichgewichtssinn schulen. Sollten Sie dennoch Bedenken bezüglich der motorischen Entwicklung Ihres Kindes haben, zögern Sie nicht, dies bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung (U-Untersuchungen in DE) anzusprechen oder Ihren Kinderarzt zu konsultieren. Er kann individuelle Ratschläge geben und bei Bedarf weitere Schritte einleiten.


